Der Iglauer Regionalkulturverband stellt sich vor



Der Iglauer Regionalkulturverband (IRKV) ist die Vereinigung der heimatverbliebenen Iglauer Deutschen und weiterer Mitglieder, die sich seit 1992 der Erhaltung des deutschen Kulturerbes der ehemaligen Iglauer Sprachinsel annehmen. Nach der samtenen Revolution ergab sich 1990 die Gelegenheit zu ersten Treffen der Landsleute, die sich 1991 zu einem Verein zusammenschließen konnten. Den Schwerpunkt der Vereinsarbeit sieht der IRKV in der "brückenbauende Aufgabe im Sinne der Völkerverständigung zwischen den Deutschen und Tschechen, im Schüleraustausch und kulturellen Tätigkeiten".

Mit der Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel besteht eine langjährige unterstützende Zusammenarbeit, vor allem bei der Ausrichtung der Iglauer Gedenktage in Waldkirchen und Iglau. Bei der Erstellung und Vervollständigung von Dorfchroniken wurde immer wieder tatkräftig geholfen. Aktuelle Zusammenarbeit besteht mit den Ortsbetreuern von Wolframs/Sollowitz, Dt.-Gießhübel, Seelenz, sowie Misching.

Das Bezirksarchiv ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bereit, die vorhandenen Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

Die Vereinsbibliothek umfasst dank der Hilfe der Iglauer Gemeinschaft ca. 6500 Bücher Bestandsschwerpunkte sind: Iglauensien, Kinder- und Jugendliteratur, Nachschlagewerke, deutsche Literatur der Gegenwart. Im Vereinsraum finden regelmäßig Deutschkurse für Kinder und Erwachsene statt. Regelmäßig werden auch Kinderferienlager mit Deutschkursen initiiert.

Die Vereinsbibliothek ist jeden Mittwoch den Mitgliedern zugänglich. In der vom Goethe-Institut und Österreichischen Kulturinstitut veröffentlichten Broschüre "Deutschsprachige Bücher in der Tschechischen Republik" wurde auch die Adresse und der Bestand unserer Vereinsbibliothek erfasst.

Zu allen Veranstaltungen sind natürlich alle Landsleute und Nachbarschaften herzlichst eingeladen.
Kontakt und nähere Infos erteilt: Hr. Mojmír Kolář, Tel: 00420-606-664083 oder erreichbar unter der Vereinsanschrift:
Iglauer Regionalkulturverband, Musilova 31, CZ-58601 Jihlava / Iglau, E-mail : smkolar(at)ji.cz


Rückblick und Ausblick 2016 - 2019

Im Zeitraum 2016/2017 hat der IRKV nachstehende Ausstellungen/Veranstalungen durchgeführt/unterstützt bzw. geplant:

1.Ausstellung: Bewegte Ruhe vor dem Sturm /die Zeit vor 1914

Die Ausstellung „Bewegte Ruhe vor dem Sturm /die Zeit vor 1914“,wurde in Zusammenarbeit mit Österreichischem Kulturforum Prag und der Polytechnischen Hochschule Jihlava veranstaltet.Sie fand vom 27.9.2016 bis zum 13.11.2016 an der Polytechnischen Hochschule in Iglau statt. An der Ausstellungseröffnung nahmen u.a. der tschechische Senator des Tschechischen Parlaments, Dr. Miloš Vystrčil, Iglauer Oberbürgermeister, Rudolf Chloupek, und Gesandter der Österreichischen Botschaft Prag, Martin Gärtner, teil.
Autor der Wanderausstellung war das Österreichische Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres.

Thema: In den Jahren vor 1914 wurden alle Vor- und Nachteile des alten und des neuen Europas gegeneinander ausgespielt. Überbrachte künstlerische, persönliche und soziale Grenzen wurden auf ihre Tauglichkeit getestet, moralische und theoretische Fundamente überdacht und neue technische Möglichkeiten in Städtebau und Medizin erprobt – alles gleichzeitig in einer Stadt, in der man „an einem Tag hundert Jahre zurücklegen“ konnte, wie Robert Musil nach dem Ersten Weltkrieg rückblickend über Wien feststellte.


2.Ausstellung: Der Allgestalter. Josef Hoffmann (1870-1956) zum 60.Todestag

Die Ausstellung „Der Allgestalter. Josef Hoffmann (1870-1956) zum 60.Todestag“, wird in Zusammenarbeit mit Österreichischem Kulturforum Prag und der Polytechnischen Hochschule Jihlava veranstaltet. Die Ausstellungseröffnungfindet am 7.3.2017 an der Polytechnischen Hochschule (Fremdsprachige Bibliothek) statt.
Autor der Wanderausstellung ist das Museum für angewandte Kunst in Wien.

Thema: Am 7. Mai 2016 jährte sich der Todestag Josef Hoffmanns zum 60. Mal. Das ÖKF Prag hat dieses Datum zum Anlass genommen, um dem Allgestalter in Architektur, Kunsthandwerk und Design des 20. Jahrhunderts eine Ausstellung zu widmen, die seine bedeutendsten Projekte mit Fotos der privaten Wohnungseinrichtungen in Wien und seinem Geburtsort Brtnice / Pirnitz verbindet.Die Ausstellung zeigt das Schaffen des in Pirnitz bei Iglau geborenen Architekten und Designers in seiner vollen Breite: Hoffmanns schöpferische Anfänge, die ruhmreiche Zeit der Wiener Werkstätte unter seiner Leitung, die bedeutendsten architektonischen Projekte (Sanatorium Purkersdorf, Palais Stoclet, Villa Primavesi) und die bisher vernachlässigten Projekte nach dem Ersten Weltkrieg. Auch Josef Hoffmanns Schicksal und Werk nach dem Zweiten Weltkrieg wird dem Besucher näher gebracht. Grußwort: Ing. Jana Fischerová, CSc., Kulturrätin des Landkreises Vysočina und Abgeordnete des Parlaments der Tschechischen Republik
1956) zum 60.Todestag


Vorplanung 2018 – 2019:

Im kulturellen Bereich wollen wir im Zeitraum 2018 - 2019 an die gute Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum Prag, der Deutschen Botschaft Prag und der Polytechnischen Hochschule in Iglau wieder anschließen.

An der Polytechnischen Hochschule gibt es seit September 2014 einen neuen Rektor, Dr. Báča. Mit ihm konnte der Iglauer Regionalkulturverband seine kulturelle Arbeit wieder intensivieren, ein Teil der anfallenden Kosten für die umgesetzten Ausstellungen werden von der Polytechnischen Hochschule übernommen.

1) Ausstellung Sigmund Freud – die Enthüllung des 21. Jahrhunderts

Thema: Diese umfangreiche Ausstellung bringt in Wort und Bild das Leben und Werk von Sigmund Freudnahe. Seine Lebensstationen vom mährischen Freiberg/Příbor über Leipzig und Wien bis London, seine Forschungsaufenthalte im Ausland und die gesellschaftliche Entrüstung, die seine Erkenntnisse in der Kaiserstadt Wien, aber auch in der ganzen Monarchie, ja bald weltweit auslösten. Die Ausstellung erläutert im Einzelnen seine Lehren, zeigt aber auch den großartigen Schriftsteller und nicht zuletzt den Privatmann Sigmund Freud.


2) Ausstellung: Sascha Dreier - Hugo Meisl und der „Papierene“

Thema: Sascha Dreiers Comic-Roman Der Papierene (2009) entführt uns ins fußballverrückte Wien der Zwischenkriegszeit. Neben dem legendären Fußballer Matthias Sindelar, geboren in Kosslau bei Iglau (Kozlov u Jihlavy, CZ), der als der Papierene bezeichnet wurde, spielt auch der Erfinder des modernen Fußballs Hugo Meisl, Sohn eines jüdischen Kaufmanns aus Maleschau (Malešov, CZ), in dieser Geschichte eine Schlüsselrolle.
Sascha Dreierwurde in Göttingen geboren und ist in Oldenburg aufgewachsen. Seinen ersten Comic zeichnete er mit acht Jahren in einem Flugzeug nach Texas, wo er mit seinen Eltern ein ganzes Jahr verbrachte. Er erfand eine eigene Fortsetzung der Abenteuer der Micky Maus. Seitdem lässt ihn das Zeichnen nicht mehr los. Später arbeitete er als Grafiker in einer Werbeagentur. Seit 1992 lebt er in Berlin und zeichnet für die Berliner Tageszeitung Tagesspiegel und das Fußballmagazin 11 Freunde. Im Jahr 2000 verliebte er sich in Wien, sowohl in die österreichische Metropole wie auch in seine Frau.

3) Fortsetzung der Vortragsreihe „Deutschsprachige Persönlichkeiten aus Iglau“
Das dritte Projekt soll die Fortsetzung der Vortragsreihe „Deutschsprachige Persönlichkeiten aus Iglau“ sein. In der Vortragsreihe für die Iglauer Öffentlichkeit will man weitere „verschwiegene Persönlichkeiten“ Iglaus,diesmal Julius Tandler und Barbara Krafft wieder „ans Licht“ bringen und zeigen, dass die (deutschsprachige) Geschichte Iglaus von vielen berühmten Persönlichkeiten mitgeschrieben war. Der Vortrag wird je nach Gegebenheit entweder auf Deutsch oder Tschechisch gehalten. In Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk Iglau, Radiosender „Region“ werden die Persönlichkeiten in einem Radiointerview vorgestellt.

4) Deutschsprachige Bibliothek
Die Deutschsprachige Bibliothek an der Iglauer Polytechnischen Hochschule wird von der Hochschule als eine öffentliche Bibliothek mit regelmäßigen Öffnungszeiten betrieben. Die Personalkosten für das Fachpersonal (eine Bibliothekarin) wurden von der Polytechnischen Hochschule übernommen. Die Bibliothek ist im Moment ein „Selbstläufer“ und wird vom Goethe Intitut Prag fachlich betreut.

Neben der oben beschriebenen Aktivitäten werden wir weiterhin den einzelnen Dorfgemeinschaften unsere Unterstützung bzg. der Grabpflege und Renovierung von Steinkreuzen in der Sprachinsel (wie z.B. in Misching und Stannern) leisten und uns beiweiteren Kontaktvermittlung behilflich sein.